Hallo meine lieben Genuss-Indianer,
kann man ein Leben patentieren?

Agrarkonzerne reißen die Natur an sich – und sichern sich Patente auf Obst- und Gemüsesorten. Das ist seit 2017 eigentlich verboten, doch die Regelung hat eine Lücke. SPD-Ministerin Katarina Barley kann dieses Schlupfloch jetzt schließen, wenn sie sich am 27. Juni im Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts dafür stark macht.

Zuerst fragen wir uns mal, was ist ein Patent?
Ein Patent ist ein exklusives Recht an einer Erfindung – es soll Innovation und Erfindergeist fördern, weil der Besitzer oder die Besitzerin einige Zeit einen höheren Preis für eine Idee erzielen kann. Doch das Europäische Patentamt (EPA) vergibt immer wieder auch Patente für Lebewesen an Bayer/Monsanto und andere Agrarkonzerne.
Das kann alle Arten von Pflanzen betreffen: Gemüse wie Tomaten, Brokkoli, Paprika und Salat genauso wie Soja, Mais und Weizen. Aber auch zum Beispiel Kühe oder Schweine. Dabei haben die Konzerne diese Pflanzen und Tiere gar nicht „erfunden“.
Die 38 Vertragsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens haben Mitte 2017 beschlossen, keine Patente mehr für Pflanzen und Tiere aus herkömmlicher Züchtung (also ohne Gentechnik) zu vergeben. Schon seit 2012 hatte das Europaparlament ein solches Verbot gefordert.
Die Entscheidung der Vertragsstaaten war nicht zuletzt ein Erfolg der jahrelangen Proteste aus der Zivilgesellschaft. Doch schon damals haben wir gewarnt: Das Verbot hat Lücken, die von Agrarkonzernen wie Bayer/Monsanto, BASF oder ENZA ausgenutzt werden können. Und genau so ist jetzt gekommen.

Konzerne wie Monsanto/Bayer, Syngenta oder ENZA melden immer mehr Patente auf Saatgut an und bilden so schrittweise ein Monopol über unsere Ernährung.
Bereits jetzt kontrollieren fünf Konzerne 95 Prozent des Marktes beim Saatgut für Gemüse. Daneben profitieren aber auch andere Institutionen und Personen an dem Geschäft mit Patenten: insbesondere Patentanwält/innen, Beratungsfirmen und nicht zuletzt das Europäische Patentamt selbst, das an den Patentvergaben direkt verdient.
Auf der anderen Seite verlieren bei der Patentvergabe Züchter/innen, Landwirt/innen, Lebensmittelunternehmen und Verbraucher/innen. Patente auf Pflanzen und Tiere fördern die Marktkonzentration und bringen Landwirt/innen in immer stärkere Abhängigkeit von den großen Konzernen.
ENZA missbraucht das Patentrecht besonders systematisch, indem der Konzern die Verwendung des patentierten Saatguts in seinen Verkaufs- und Lieferbedingungen auf nur eine Anbausaison einschränkt. Jeglicher Tausch, jegliche Wiederverwendung, Forschung oder weitere Züchtung ist verboten. Wer Saatgut erwirbt, muss diese Bedingungen unterschreiben und ist damit automatisch in deren Patente-Falle gefangen. Andere Agrarkonzerne machen es ähnlich. Der fortschreitende Konzentrationsprozess in der Züchtung verhindert echten Wettbewerb und gibt wenigen Konzernen die Macht, darüber zu entscheiden, was auf dem Acker angebaut wird, was wir essen und welchen Preis wir dafür bezahlen. Unsere Nahrungsmittelvielfalt geht zurück und die Preise steigen. Dadurch ist auch die weltweite Ernährungssicherheit gefährdet.Globale Hungerkrisen könnten zunehmen und immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren.

Meine Meinung ist, dass Leben auf garkeine Fall patentiert werden kann und darf.
Überlegt mal… 5 Großkonzerne können uns vorschreiben, was wir essen.
Großkonzerne sind nur auf Profit aus, nicht auf Leben oder Gesundheit. Man wirtschaftet nur in die eigene Tasche und denkt in erster Linie an Umsatz…

Geht auf die Seite von Campact und macht mit bei der Aktion, Patente auf Leben zu verbieten.

Bleibt neugierig
Euer Karsten