Hallo liebe Genuss-Indianer,

wir schreiben bei „Der Sex des alten Mannes“ über Genuss und gute Lebensmittel. Aber sollten wir uns nicht mal Gedanken machen, was wir an Lebensmittel wegschmeissen? Immerhin heissen sie ja LEBENSmittel und nicht Wegwerfmittel…
Laut einer Studie vom WWF sind bei uns Endverbraucher 70% der Abfälle vermeidbar, beim Handel und in der Industrie sind es 90%. In Zahlen ausgedrückt gehen in Deutschland pro Jahr 18 Millionen Tonnen an Lebensmittel verloren.

Diese 18 Millionen Tonnen sind nicht nur die Endverbraucher.

Da sind die Ernteverluste. Darunter werden die Verluste verstanden, die durch mechanische Zerstörung bei der Ernte zustandekommen. Das sind etwa eine Millionen Tonnen Verlust. Der WWF hält dies für einem geringen Vermeidungspotenzial.

Die Nachernteverluste liegen bei 1,593 Millionen Tonnen. Das sind die Verluste, wenn z. B. Schädlinge oder Krankheiten während des Transportes oder im Lager die Lebensmittel befallen. Der WWF stuft diese Verluste als kaum vermeidbar ein.

Kommen wir nun zu den Verlusten, die teilweise oder ganz vermeidbar sind.

Am Anfang stehen die Verluste bei der industriellen und der häuslichen Weiterverarbeitung. Das sind im Jahr 2,610 Millionen Tonnen. Die Verluste entstehen durch Aussortierung des nicht für den jeweiligen technologischen Prozess geeigneten Materials, beim Wasch-, Schnitt- und Kochprozess. Im Durchschnitt sind das in Deutschland ca. 4 bis 7% der angelieferten Produktmenge. In Einzelfällen werden bis zu 40% Verlust gemacht, bedingt durch Qualitätssicherungsmassnahmen und Überproduktion. Der WWF stuft die vermeidbaren Verluste bei 10% ein. Das sind immerhin 261000 Tonnen Lebensmittel. Bildlich gesprochen sind das 10440 LKW-Ladungen Lebensmittel, die vermeidbar sind.

Der nächste Posten von Verlusten sind die im Groß- und Einzelhandel. Hier schätzt der WWF 2,575 Millionen Tonnen. Die Verluste hier entstehen nicht durch technologische Restriktionen sondern Marketingmaßnahmen und Kundenerwartungen an Frische und Verfügbarkeit, Optik und Textur der Lebensmittel. Gesundheitliche Risiken sind weniger verantwortlich zu machen. Das Potenzial zur Vermeidung liegt hier bei 90%. Das sind 2,3175 Millionen Tonnen Lebensmittel, die nicht in den Müll gehören. Stellt Euch eine Reihe von 92700 LKW vor, die Lebensmittel geladen haben. Das geht in den Müll!

Die Grossverbraucher haben einen Verlust an Lebensmitteln von 3,4 Millionen Tonnen im Jahr. Dazu zählen u. a. Restaurants und Großküchen. Ein Vermeidungspotential von über 70%. Das sind 2.380.000 Kg, die unnötig weggeschmissen werden.

Doch die größten Mengen an Lebensmittel werden von dem Endverbraucher, also von UNS, produziert. Wir schmeissen im Jahr 7,2 Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Auch hier liegt das Vermeidungspotential laut dem WWF bei 70%.  Das sind 5.040.000 Tonnen Lebensmittel, die bei UNS, dem Endverbraucher, in den Müll wandern. Das sind 201600 LKW an Müll, die vermeidbar sind.

In Frankreich, Italien und in Finnland gibt es ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung.

Ich bin dafür, auch bei uns in Deutschland solch ein Gesetz zu erlassen. Noch besser fänden wir von “Der Sex des alten Mannes” es, wenn wir schon beim Einkaufen daran denken, Müll zu vermeiden und respektvoll mit den Lebensmitteln umzugehen. Sie heissen nun mal Lebensmittel, weil wir sie zum Leben brauchen. Ich möchte jetzt nicht ausrechnen, wieviel Menschen allein von dem vermeidbaren “Müll” der Endverbraucher leben könnten.

Also. liebe Genuss – Indianer, es liegt an uns, weniger wegzuschmeissen. Geht mit mehr Aufmerksamkeit mit den Lebensmitteln um.