Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,

ich war letztens einkaufen und hatte ein Nudelrezept im Kopf. Doch was soll ich sagen, das Regal mit Nudeln war leer. Na gut, dachte ich mir, das Rezept geht auch mit Reis. Aber auch da gähnende Leere in den Regalen. Was nun?
In den Regalen stand jede Menge Couscous. Also habe ich Couscous gekauft. Zu Hause habe ich mich gefragt, was ist eigentlich Couscous, wo kommt er her? Wie bereitet man Couscous zu? 

Couscous kommt aus Vorderasien und Nordafrika. Dort wird er als Hauptspeise oder als Beilage fast täglich gegessen. Hergestellt wird er aus Weizen, Gerste, Kamut oder Hirse. Der Couscous aus Hirse ist glutenfrei. 

Kamut? Was ist das? Bei Wikipedia liest man:
Khorasan-Weizen (Triticum turgidum × polonicum), auch Kamut genannt, ist eine alte Sorte des Sommerweizens, die nach genetischen Untersuchungen eine natürliche Hybride aus Hartweizen (Triticum durum) und einer Weizen-Wildform Triticum polonicum ist. Wie der Name der Weizensorte („Khorasan-Weizen“) andeutet, wird nach dem gegenwärtigen Stand der genetischen Forschung von einem Ursprung in Chorasan, einem historischen Gebiet, welches aus der gleichnamigen Nordostprovinz des Irans und dem heutigen Afghanistan besteht, ausgegangen. Erstmals beschrieben wurde die Sorte bereits im Jahre 1921. Die Anbaugebiete waren ursprünglich der fruchtbare Halbmond (Ägypten, Levante, Anatolien, Irak, Iran) und der Kaukasus (Armenien, Aserbaidschan, Russland, Usbekistan und Dagestan).[ Charakteristisch sind die schwarz begrannte Ähre und ein Korn, das deutlich länger ist als das des Hartweizens. Die Sorte eignet sich wie Hartweizen besonders zur Herstellung von Teigwaren.
Landwirte aus Montana (USA) ließen sich das altägyptische Wort „Kamut“ für den biologischen Khorasan-Weizenanbau als Marke schützen und vermarkten ihn unter dieser Bezeichnung. Dadurch bürgerte sich „Kamut“ auch in Deutschland als Synonym für den Khorasan-Weizen ein. “

Der Couscous, den man bei uns kaufen kann, ist meist aus Hartweizengries. Er wird einfach in einer Schüssel mit heißem Wasser übergossen und dann 5 Minuten zugedeckt quellen gelassen.
Damit der Couscous besonders körnig bleibt, auch wenn man ihn ein zweites Mal erhitzt, bereitet man ihn folgendermaßen zu:

Für 4 Portionen braucht man 200g Couscous, Meersalz, 10g Butter, 1 EL Olivenöl.

Zuerst den Couscous in einer Schüssel mit 5 EL gesalzenem Wasser mischen und fünf Minuten ziehen lassen.
Dann in einem Siebeinsatz über kochendem Wasser zugedeckt dämpfen lassen, dabei ab und zu umrühren. 
Den Siebeinsatz herausnehmen und abermals 5 EL Salzwasser untermischen und weitere 5 Minuten dämpfen, ab und zu umrühren.
Danach den Couscous in eine Schüssel geben, mit Salz abschmecken. Butter und Olivenöl untermengen.

Was kann man mit Couscous machen?
Man kann leckere Couscous-Salate machen. Sie sind als Beilage beim Grillen oder als Hauptgericht sehr geeignet. Sie sind schnell hergestellt und sättigend.
Couscous mit viel Gemüse als vegetarisches Gericht, als Beilage anstatt Kartoffeln oder Reis oder als Dessert mit Pistazien und Minze, mit Joghurt und Rhabarber.

Ist Couscous gesund?

Kurz geantwortet, ja.
Es ist ein Getreideprodukt und deshalb ein kalorienreicher Sattmacher, immerhin 353 Kalorien pro 100g. Er enthält sehr wenig Fett (1,8g auf 100g) und viel Ballaststoffe ( 7,6g auf 100g). Mit 11g Eiweiß pro 100g hat Couscous fünfmal soviel Eiweiß als Kartoffeln.
Couscous enthält jede Menge gesunde Mineralstoffe. Z. B. Kalium (gegen Muskelkrämpfe und vorbeugend gegen Herzrhythmusstörung), und vor allem Vitamin B3 (für den Energiestoffwechsel zuständig). 

Meine Empfehlung an Euch, liebe Genuss-Indianer*innen, ist es, Couscous in Bioqualität aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft zu kaufen. Den gibt es in Bio-Supermärkten und Reformhäusern.
Der Couscous aus den türkischen oder arabischen Läden stammt meist aus konventionellem Weizenanbau und kann eventuell mit Pflanzenschutzmittel belastet sein. Meist wird er auch, um eine hellere Farbe zu bekommen, mit Natronlauge gebleicht, also auch nicht gesund. 

In den nächsten Tagen werde ich Euch ein paar Couscous-Rezepte vorstellen.
Ein Rezept habe ich bereits geschrieben.

Couscous-Gemüse-Pfanne

Bleibt Neugierig

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer, 

es ist März und was hat diesen Monat Saison? Das könnt ihr auf der unterstehenden Grafik schön erkennen. 

Freilandprodukte

Im Freilandanbau werden der Anzahl nach bedeutende Gemüsearten wie Zwiebeln, Möhren, Kohl und Salate angebaut. Im Winterhalbjahr fällt der Selbstversorgungsgrad bei diesen Produkten gegenüber den Sommermonaten daher deutlich ab.

Freilandprodukte werden mit geringerer Klimabelastung produziert als Obst und Gemüse, das im beheizten Gewächshaus angebaut wird.

Geschützter Anbau

Das bezeichnet Flächen unter Folie, Glas oder Vlies, wobei der Anbau unter Vlies eher als eine Übergangsform vom Freilandanbau hin zum geschützten Anbau zu betrachten ist. Außerdem sind in meiner Saisongrafik nur Obst- und Gemüsesorten aufgeführt, die in unbeheizten Gewächs- oder Folienhäusern wachsen.

In den letzten Jahren konnte der geschützte Anbau bei der Reduzierung des chemischen Pflanzenschutzes große Fortschritte machen. Durch den Schutz der Pflanzen ist der Nützlingseinsatz in Form von Marienkäfern oder Schwebfliegenlarven als Alternative zu chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln besonders effektiv geworden.

Lagerware

Moderne Lagermethoden machen das ganze Jahr über frisches, regionales  Obst und Gemüse unabhängig von den Erntezeiten möglich. Ob Obst und Gemüse lagerfähig sind, hängt vom Erntezeitpunkt ab.

Geerntet wird reifes Obst und Gemüse, das während der Lagerung noch nachreifen kann. Die Lagerfähigkeit von Obst und Gemüse wird durch die Lagertemperatur sowie die relative Luftfeuchtigkeit maßgeblich bestimmt.

Bleibt neugierig

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,

hier nun der zweite Teil meiner neuen Serie „Achtsamkeit“.
In der ersten Folge haben wir geklärt, was Achtsamkeit bedeutet. In dieser Folge geht es darum, was Achtsamkeit eigentlich mit Essen zu tun hat. 

Essen wir achtsam, lernen wir die Signale unseres Körpers kennen. Das Bauchgefühl ist dabei ganz wichtig. Man kann es auch Intuition nennen. Ich meine damit, dass wir etwas essen, wenn wir hungrig sind, der Magen knurrt oder man empfindet ein leichtes Schwächegefühl. Wir beenden das Essen, sobald unser Bauch signalisiert, angenehm satt zu sein und sich der Magen „schließt“.

Achtsam Essen bedeutet auch, dass die Wahl der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, ebenso vom Bauchgefühl getroffen wird.
Was sagt die Intuition?
Essen wir nun salziges, herzhaftes oder etwas Süsses?
Wird es nur ein Snack oder eine richtige Mahlzeit?
Brauchen wir Energie in Form von Kohlehydraten oder was Leichtes, gut Verdauliches?

All das ist abhängig von der Situation unseres Körpers und deshalb ist es immens wichtig, eine enge und gute Interaktion mit unserem Körper aufzubauen. Diese Verbindung ist elementar wichtig für achtsames Essen.
Konstruktiv sind zudem Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Wir wissen, was uns schmeckt und gut bekommt. Es ist nicht nur geschmacklich entscheidend, was wir essen, sondern auch was unserem Körper wohl bekommt.

Lerne Deinem Bauchgefühl zu vertrauen. Du wirst zu einem Experten, was Deinen Körper angeht. Höre auf ihn und nicht auf all die vielen Ratgeber in den Medien, den vielen Empfehlungen für Lebensmittel. Dein Körper weiß und sagt Dir, was er benötigt.


Achtsam Essen bedeutet auch langsam Essen. Jeder kennt die Situation z.B. in der Kantine. Man hat nur 30 Minuten Mittagspause, da muss man schnell essen, der Termin mit dem Chef wartet oder ein wichtiges Telefonat oder man muss noch dies oder das erledigen. Keine Zeit zu Essen.
Doch langsames Essen ist so wichtig und hilfreich für die Umsetzung der eben genannten Punkte. Wenn langsam gegessen wird, spüren wir, wann wir satt sind. Der Stoffwechsel arbeitet effizienter und, ganz wichtig, es fördert den Genuss. Durch achtsames Essen wird man zu einem Feinschmecker, wir essen ohne ein schlechtes Gewissen.

Nun höre ich einige von Euch fragen, wie fange ich am besten mit diesem achtsam essen an?
Starte damit, indem Du Dein bisheriges Essverhalten beobachtest.
Stelle Dir am Anfang die Frage „Warum esse ich jetzt?“
Viele essen aus Gewohnheit. Um 12 Uhr steht immer das Mittagessen auf dem Tisch. Einige essen aus Frust oder Langeweile oder zum Trost.
Frage Deinen Bauch, ob er nun Hunger hat oder ob es einen andren Grund dafür gibt, dass Du jetzt isst. 

Nach dem Essen stelle Dir die Frage, ob das, was Du gegessen hast, Dir guttut.
Wie fühlt sich Dein Körper an?
Fühlst Du Dich aufgebläht, überfressen oder bist Du angenehm satt?
Bist Du nach dem Essen körperlich fit oder fällst Du in ein Couchkoma?
So kommst Du dem achtsamen Essen immer näher, denn die Beantwortung der o.g. Fragen helfen Dir dabei, herauszufinden, was Dir, Deinem Körper, zuträglich ist.
Finde heraus, was Du beim Essen denkst oder machst.
Viele kümmern sich noch um andere Dinge während dem Essen. Konzentriere Dich voll auf das Essen. Stelle Dir Fragen, wie:

Was fühle ich beim Essen?
Wie schmeckt es?
Wie riecht es?
Ist die Konsistenz der Mahlzeit angenehm für mich?

Kleiner Schritte führen zu einem achtsamen Essen. Man muss nicht schweigend vor dem Teller sitzen und sehr langsam essen. Du kannst:

• Deine Mahlzeit mit einem achtsamen Bissen anfangen. 

• Kaue öfter 

• Nach jedem zweiten Bissen lege die Gabel und das Messer hin und genieße den Bissen in Deinem Mund. 

• Höre mal bewusst auf zu essen und lasse noch etwas auf dem Teller.

• Isst Du in Gemeinschaft, sei der Langsame in der Runde

• Schaue Dir Deine Mahlzeit mal bewusst an. Welche Farben haben die Lebensmittel? Wie riecht es? 

Hast Du die Hälfte gegessen, höre in Dich hinein. Hast Du noch Hunger?

Genauso wichtig wie Essen ist das Trinken. Hast Du heute schon genug getrunken?
Damit meine ich Wasser, nicht aber Kaffee oder alkoholische Getränke. Es verhindert, dass Du Hunger mit Durst vertauschst. Nutze das Trinken als eine ganz bewusste Pause, atme einmal tief durch. Das gibt Kraft und es tut Dir gut. 

Was bringt achtsames Essen?

Es ist eine gute Möglichkeit dem hektischen Alltag zu entkommen. Man hört in sich hinein. Man befindet sich im Hier und Jetzt, und werden uns bewusster, was wir tun. Das Hamsterrad, in dem wir uns täglich befinden, können wir für einen Moment entfliehen, wir werden klarer im Kopf, die Nerven beruhigen sich. Unser Verdauungssystem entspannt sich und wir verarbeiten unsere Nahrung besser. Die Selbstwahrnehmung nimmt zu, die Wertschätzung der Lebensmittel ebenso. Wir gönnen uns beim Essen einen Moment der Ruhe.
Meine lieben Genuss-Indianer*innen, gönnt Euch Ruhe und versucht, achtsam zu essen. Es tut Euch, Eurem Körper und Seele gut.

Bleibt neugierig

Euer Karsten 

Wenn man so will, hat die Pastinake Pech gehabt, dass die Kartoffel entdeckt wurde. Vor der Kartoffel kam sie sehr häufig auf den Tisch. Doch als die Kartoffel entdeckt wurde, kam die Pastinake aus der Mode.
Vor ein paar Jahren wurde sie, gerade von Sterneköchen, wieder entdeckt. Aus der würzigen Wurzel kann man deftige Eintöpfe oder feine Suppen herstellen.

Was ist eigentlich die Pastinake?

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist pastinaken-das-wintergemuese-wird-gerne-in-babynahrung-verwendet-.jpg.

Für die Botaniker ist die Pastinake eine Kreuzung aus Karotte und Petersilie. In ihrer wilden Form ist sie in ganz Europa bis nach Eurasien seit Jahrhunderten bekannt. Sie hat viele Namen, u.a. Germanenwurzel. Trotz diesem Namen ist sie in Frankreich, USA und Großbritannien viel bekannter als bei uns.
Die Pastinake gehört zu den typischen Herbst- und Wintergemüsen. Saison des Wurzelgemüses ist ab Oktober bis Mitte März.
Der Geschmack ist leicht süßlich, angenehm nusszig und würzig.

Ist die Pastinake gesund?

Ganz klare Antwort: ja.
Sie enthält viele Kohlenhydrate (Zucker, Stärke, Pektin) und machen lange satt. Die Kohlenhydrate sind wegen der längeren Kohlehydratketten sehr günstig für Diabetiker und Leute, die Diät machen, weil der Zuckerwert im Blut nur langsam steigt und wieder abnimmt.
Der würzige Geruch stammt von den ätherischen Ölen, die in der Pastinake stecken und sie daher leicht antibakteriell wirkt. Sie hat 18g pro 100g Vitamin C und deckt unseren täglichen Bedarf. Zudem sind in 100g Pastinake noch 58 Kalorien, 1,3g Eiweiß, 0,4g Fett, 12g Kohlehydrate und 2g Ballaststoffe enthalten.

Einkaufstipps

Man greift am Besten zu kleineren Pastinaken, denn sie sind besonders zart. Die großen Pastinaken werden beim Kochen schnell faserig und holzig.
Achtet auf eine unversehrte Schale. Eine matte, runzlige Haut deutet auf eine falsche Lagerung. Das hat Einbußen beim Geschmack und den Nährwerten zur Folge. An der Schale sollte am Besten gar keine Erde mehr sein, sonst könnten sich im Kühlschrank krankheitserregende Keime bilden und auch andere Lebensmittel befallen.
Das Grün einer Pastinake sollte schön saftig und frisch aussehen. Sind die Blätter gelblich und schlaff, lasst die Finger weg.

Am Besten die Pastinake im Gemüsefach des Kühlschrankes lagern, ungewaschen und ohne Verpackung. Legt ein leicht feuchtes, jedoch nicht nasses Tuch darüber, damit sie nicht austrocknet.
Will man die Pastinake einfrieren, putzt und wäscht man sie, schält sie wie eine Möhre und kappt die Enden. Je nach Wunsch kann man sie kleiner schneiden und in reichlich kochendem Salzwasser 1 – 2 Minuten blanchieren.
Danach in einem Sieb gut abtropfen lassen und in einen Gefrierbeutel füllen. Die Haltbarkeit der Pastinake beträgt so ca. ein Jahr.

Zubereitung der Pastinake

Die Pastinake ist ungemein vielseitig zuzubereiten. Alles, was mit der Kartoffel oder der Möhre machbar ist, kann man auch mit der Pastinake machen:
Püree, Suppen, Aufläufe, Gratins und Eintöpfe. Sogar Pommes kann man mit der Wurzel machen. Sie passt zu deftiger, herzhafter Hausmannskost genauso, wie in die feine Küche.
Sie ist mit Kartoffeln und Möhren sehr gut kombinierbar und man kann sie auch roh essen, geraspelt in einem herbstlichen Salat oder als Rohkost.

Also, meine lieben Genuss-Indianer, ran an die Pastinake.
In den nächsten Tagen werde ich Euch ein paar Rezepte mit der Pastinake zeigen.

Bleibt neugierig

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer*innen,

heute möchte ich gerne auf ein ganz besonderes Thema kommen.
Es geht um „Mindful Eating“, um achtsames Essen.

Wir essen heutzutage, ohne nachzudenken. Es wird beim Essen ferngeschaut, Computerspiele gespielt, auf dem Handy gefacebookt und achten lieber auf ander Sachen als auf das Essen selber. Die Nahrungsaufnahme wird zu einer Nebensache. Es ist den allermeisten Menschen egal, wann sie was und wie viel essen, Hautsache satt. Dies führt dazu, dass zu viel gegessen wird. 


Der Hauptgrund, warum Menschen zu viel essen ist, dass sie sich eher auf externe als auf interne Anhaltspunkte verlassen, um zu entscheiden, bin ich satt oder habe ich noch Hunger, denn Essen ist für zu viele nur eine Nebensache. Das führt dazu, dass man mehr isst, als man braucht und auch sehr vielen egal ist, was sie essen. Das fördert die „industriell hergestellten Lebensmittel“ (mein Lieblingshasswort). Auch das Einkaufen wird schnell erledigt, warum sollte ich schauen, was in einem Lebensmittel enthalten ist oder woher es kommt, Hauptsache es geht schnell und macht satt. 


Um dies zu beweisen, wurden Teilnehmer*innen einer Studie unbegrenzt Hähnchenschenkel zur Verfügung gestellt, die sie während einer Sportübertragung im Fernsehen essen durften. Bei der einen Gruppe wurden die Tische kontinuierlich gereinigt, bei der anderen Gruppe sammelten sich die abgenagten Knochen auf dem Tisch. Die Menschen, auf denen sich die Knochen auf dem Tisch stapelten, aßen 34% weniger als die, deren Tisch immer gereinigt wurde. Sie reagierten auf visuelle Signale, um zu entscheiden, ob sie satt sind oder noch hungrig.
 

Ein weiterer Punkt ist die Verpackungsgröße von Lebensmitteln oder Süßigkeiten. Man isst nachweislich mehr aus einer großen Tüte als aus mehreren kleinen.
Zu diesen visuellen Anhaltspunkten zählt auch die Tellergröße. Auf einem großen Teller sieht dieselbe Menge einer Mahlzeit kleiner aus, als auf einem kleinen Teller. Das führt dazu, dass wenn man von einem kleinen Teller gegessen hat, eher satt ist, weil die Menge dessen, was gegessen wurde, auf dem kleinen Teller mehr aussieht als auf einem großen Teller. Wieder so ein visuelles Signal. 

Auch die Größe der Auswahl an Nahrungsmitteln kann dazu führen, dass man mehr isst. In Fachkreisen heißt dieses Phänomen „sensorisch spezifische Sättigung“. Gemeint ist damit, dass unsere Sinne taub werden, wenn man mehrmals derselben Geschmacksrichtung ausgesetzt wird. Eine große Auswahl an Aromen in einer Mahlzeit kann diese natürliche Betäubung verzögern und uns dazu zwingen, mehr zu essen. Um dieser sensorischen Sättigung entgegenzuwirken, kann man einfach die Auswahl einschränken. Am besten macht man das bei Süßigkeiten oder Junk Food. Von gesunden Lebensmitteln, wie z.B. Obst und Gemüse, kann man nicht genug essen. Da ist diese sensorische Sättigung gut. Je mehr Obst und Gemüse zur Auswahl steht, desto mehr wird davon auch gegessen. 

Liebe Genuss-Indianer*innen, zu einem achtsamen Essen gehört schon das Einkaufen. Man packt nicht einfach die Sachen in den Einkaufswagen, sondern achtet darauf, was man einkauft. Die Vorfreude ist bekanntlich die beste Freude. Denkt an Weihnachten. 

Zu Hause selber kochen macht Spaß, man weiß, was im Essen enthalten ist, woher das Gemüse kommt. Man schätzt ein Essen, wenn man es selber gemacht hat. Man ist sich bewusst, welche Aromen enthalten sind, man versucht sie, herauszuschmecken. Konzentriert man sich auf das Essen, lässt es zur Hauptsache werden, isst man weniger, schmeckt man mehr, denn man kaut es länger, damit man den Geschmack intensiver scmeckt.
Bei Fast Food und Co. ist es einem egal, es muss nur satt machen. Kauft man sich Klamotten, geht man ja nicht einfach in einGeschäft, greift sich das erstbeste Stück, Hauptsache es hält warm, oder? 

Ich werde mehr über „Mindful Eating“ schreiben, meine lieben Genuss-Indianer*innen. Ich bin der Meinung, dass man bei der Nahrung sich im Klaren sein sollte, was man isst. Man nennt sie nicht umsonst Lebensmittel. Essen und Trinken sind wichtiger als Zeit und Geld. Achtsamkeit täte uns in vielen Lebenslagen mal gut. Wir haben nur dieses eine Leben.

Bleibt neugierig

Euer Karsten