Hallo meine lieben Genuss-Indianer,

mein Lieblingsgetränk ist, wie ihr bereits wisst, der Gin Tonic. Ich habe Euch etwas über Gin und über Tonic Water erzählt.

Heute erzähle ich Euch etwas über die richtigen Gläser, Zubehör und Rezepte.

Es gibt so viele Arten, den Gin Tonic zu genießen und jede Menge Geschmackskreationen. Ein Rezept gebe ich Euch am Ende.
Die Präsentation des Gin Tonic ist auch wichtig. Die für mich besten Longdrink Gläser für einen Gin Tonic sind die Gläser von Nachtmann.

Oder das Kristallglas „Bossa Nova“ von Spiegelau & Nachtmann

 

 

 

 

 

In Spanien oder Portugal genießt man den Gin Tonic aus Coppa-Gläsern. Es sind große bauchige Gläser, in denen man verschiedene Gewürze, die man Botanicals nennt, hinzu fügt. Dazu braucht man diese bauchigen Gläser, um das Aroma entfalten zu lassen.
Botanicals sind z.B. Kardamom oder Wacholder. Mit rosa Pfeffer oder Hibiskusblüten hat man nicht nur ein spannendes Aroma sondern auch einen Hingucker.

 

In dem Geschenkset sind einige Botanicals mit Dosierhilfe und einem Rührlöffel enthalten.

 

 

 

Wer sich selbst einen Gin brennen möchte, der kann das mit der Tischdestille von „CopperGarden“ machen. Ich selbst habe es noch nicht selber gemacht, wäre aber mal interessant zu wissen, ob einer von Euch, meine lieben Genuss-Indianer, Erfahrung  damit hat.

 

 

Ich trinke den Gin am liebsten mit einer Mischung aus ein drittel Gin und zwei drittel Tonic Water. Im Moment ist mein Gin der Beefeater. Beim Tonic Water habe ich noch nicht meinen Favoriten gefunden. Hat jemand einen Tipp?

 

 

 

So, meine lieben Genuss-Indianer, genießt Eure Gin Tonics und schreibt mal Eure Rezepte für Gin Tonic, wie ihr ihn am liebsten trinkt.

In diesem Sinne, bleibt neugierig

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer,

gestern hatte ich Euch bereits gesagt, dass eins meiner Lieblingsgetränke der Gin Tonic ist. Ich hatte Euch einiges über den Gin erzählt. Doch zu einem guten Gin Tonic gehört ein gutes Tonic Water.
Gestern durften die unter achtzehnjährigen nicht weiterlesen, wegen dem Alkohol. :-).
Heute muss ich den lieben schwangeren Frauen das Weiterlesen untersagen, denn Chinin ist wehenfördernd. :-). Nein, Spaß… ihr dürft gerne weiter lesen.

Was ist eigentlich dieses Tonic Water?
Es ist ein farbloses, chininhaltiges Getränk, mit Kohlensäure versetzt. Es zählt zu den Bitterlimonaden und durch den Chiningehalt leuchtet Tonic Water unter UV-Licht.
Bei den europäischen Kolonialarmeen gehörte bis ins 20. Jahrhundert das Tonic Water zur Standardausrüstung. Durch den höheren Chiningehalt als heute diente es als Malariaprophylaxe. Um die Wirkung als Prophylaxe zu bekommen, musste Tonic Water regelmäßig getrunken werden. Da es aber bitter schmeckte, mixte man es mit Gin und es wurde der Gin Tonic entwickelt. Ab 1934 gab es dann ein Medikament mit Chloroquin auf dem Markt, womit das Tonic Water als vorbeugendes Getränk gegen Malaria ersetzt wurde.

Noch ein Wort zu den Schwangeren. Es ist kein Witz: Schwangere sollten kein Tonic Water trinken, da das Kind von Chinin abhängig werden kann. Es ist gebärmutterstimulierend und kann Wehen einleiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt, dass Patienten, die unter Tinnitus leiden, größere Mengen davon meiden sollen. Wer überempfindlich ist, könnten kleinere Mengen Chinin schon gastrointestinale oder neurologische Störungen, also Sehstörungen oder Verwirrtheit, bewirken.

Chinin bekommt man aus der Rinde des Chinarindenbaums. Die Pflanze kommt ursprünglich aus den Anden. Die Ureinwohner wussten von der fiebersenkenden Wirkung. Der Name hat nichts mit China zu tun. Er kommt wahrscheinlich aus der Sprache der Andenvölker. Es kommt von Kina-Kina, was soviel wie die Rinde der Rinden bedeutet.
Man streitet sich heute noch, wer als erster das Chinin extrahiert hat. Auf jeden Fall hatte sich 1858 ein gewisser Herr Johann Jacob Schweppe in London das Tonic Water patentieren lassen. Seit 1831 war er Hoflieferant des britischen Königshauses mit seinem Tonic Water.

Wer wie ich auf der Suche nach seinem perfekten Gin Tonic ist, muss nicht nur seinen richtigen Gin, sondern auch das perfekte Tonic Water finden.

Da ist zuerst mal das klassische, neutrale Tonic Water. Sie zeichnen sich durch eine bittere Note aus. Ausbalanciert werden sie mit feinen Zitrusaromen. Dadurch kommt eine gewisse Frische, die sich durch den entsprechenden Kohlensäureanteil äußert.
Neutrale Tonics lassen dem Gin Raum zur Entfaltung. Andere Gins können die Aromen jedoch zu stark sein und die Aromen des Gins übertönen.
Gute neutrale Tonics sind das Aqua Monaco Tonic  aus München. Es ist ein stylisches Tonic Water mit einer schönen Kohlensäure. Oder das Fever Tree Tonic Water, ein elegantes, klassisches Tonc Water.

Als nächstes die floralen, fruchtigen Tonics. Es muss nicht immer aus einer bitteren Note und Zitrusaromen sein. Einige Varianten zeigen, was man noch aus Tonic Water machen kann. Da sind die fruchtigen Tonics mit einer frischen Note oder die floralen Tonics mit einer blumigen Note. Diese Art des Tonics übernimmt die geschmacklichen Führung des Gin Tonics.
Ein Vertreter dieser Kategorie ist das Thomas Henry – Elderflower Tonic Water

Die nächste Kategorie von Tonics sind die würzigen, herben Tonic Water. Wenn Di, lieber Genuss-Indianer, keine fruchtigen oder floralen Gin Tonics magst, sind dies Tonics die bessere Wahl. Sie bringen eine leichte Würze mit und unterstützen die ursprünglichen Bestandteile eines klassischen Gins. Es treten die Zitrusaromen in den Hintergrund und arbeitet die herben Noten eines Gins heraus. Diese Tonics lassen leichtere Gins den nötigen Raum und bereichern auch einfachere Gins.

Als letzte Kategorie haben wir das dry & leichte Tonic Water. Hier steht Zurückhaltung auf dem Programm. Die bitteren klassischen Aromen des Tonics sind zwar vorhanden, aber deutlich reduziert. Die frische kommt aus der Kohlensäure. Es ist ideal für Gins, die schon viel Aroma mitbringen.

Morgen geht es um Zubehör, wie z.B. die richtigen Gläser oder Botanicals. Was das genau ist, erzähle ich Euch morgen, meine lieben Genuss-Indianer.

Bis dahin, bleibt neugierig.

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer,

heute geht es um ein alkoholisches Getränk. Also, alle unter 18 Jahren bitte nicht weiterlesen :-).
Das Getränk, um das es geht, ist Gin. Im speziellen um den Longdrink Gin Tonic. Eins meiner Lieblingsgetränke.
In Wikipedia steht,Gin ist eine meist farblose Spiritouse mit Wachholder und ist Hauptbestandteil vieler Cocktails, insbesondere des Martini sowie dem Longdrink Gin Tonic.

Erstmal ein bisschen Geschichte.
Schon im 17. Jahrhundert wurde von einem Wachholderschnaps Namens Genever berichtet. 1689 bestieg Wilhelm III. von Oranien-Nassau den englischen Thron und brachte den Genever aus seiner Heimat mit nach England. Die Produktion von Wachholderschnaps stellte er steuerfrei und belegte den Import von französischer Alkoholika mit hohen Steuern. Englische Soldaten, die den Holländern im holländisch-spanischen Krieg unterstützen, brachten den Genever ebenfalls mit auf die britische Insel. Dort erhielt er den Namen Gin. 1690 gab es einen Erlass, dass Gin nur aus englischem Getreide produziert werden darf. Ab 1769 produziert die Firma Gordon Co. aus dem Norden Londons einen dreifach gebrannten Gin, der in der britischen Marine sehr verbreitet war. Als der Preis für Getreide sank und damit auch der Preis für Gin, wurde er in den unteren Gesellschaftsschichten gerne getrunken, weil ein Rauschzustand schon nach wenigen Drinks eintrat.
1791 regulierte der sogenannte Gin Act nicht nur die Qualität und die Herstellung von Gin, sondern brachte ihn auch in die höheren Gesellschatssschichten. Es wurde viel an den Destillationsmethoden und der Rezeptur während der Gin-Ära getüftelt. Ganz besonders in Bloomsbury und im Vorort Finsbury. In Finsbury entwickelte sich auch der London dry Gin. Es war keine Herkunftsbezeichnung für Gin aus London, sondern als eine Bezeichnung für eine bestimmte Vierfach-Destillation in Kupferkesseln. Dadurch wurde ein besonders runder unde trockener Geschmack erreicht.

Welche Arten von Gin gibt es?

Dry Gin

Dieser Gin ist ungesüßt. Bei der Herstellung werden die aromatisiernden pflanzlichen Bestandteile dem Neutralalkohol in einzelnen Schritten nacheinander zugegeben. Es ist auch die Zugabe von anderen aromatisierenden Stoffen und künstliche Zusätze erlaubt. Auch Farbstoffzusätze sind erlaubt. Es existiert keine Regelung bezüglich des Zeitpunktes der Zugabe dieser Zutaten. Dry Gin zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Wacholderaroma aus, das von bitteren Elementen und Zitrusnoten ergänzt wird.
Ich empfehle hier den Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin (1 x 0.5 l)

New Western Dry Gin

Eine erst im Verlauf des letzten Jahrhunderts aufgekommene völlig neue Interpretation des Dry Gins. Hier rückt die Wacholdernote in den Hintergrund zugunsten meistens durch einer anderen Aromanote. Wegen des ausgewogenen und harmonischen Geschmacks wird er sowohl in Cocktails als auch pur als „Shot“ getrunken.
hier empfehle ich den G’Vine Floraison Gin (1 x 0.7 l)

London Dry Gin

Auch wenn der Name es suggeriert, er muss nicht aus London kommen. Der Name steht für ein besonderes Herstellungsverfahren. Die aromatisierenden pflanzlichen Zutaten werden alle zusammen gleichzeitig dem Neutralalkohol zugegeben, bevor es zu einer weiteren Destilation kommt. Es ist explizit untersagt, beim London dry Gin nachträglich künstliche Aromen oder Farbstoffe zuzugeben. Auch Zucker darf nur in geringen Mengen enthalten sein. Typisch für diesen Gin ist der Wacholdergeschmack neben einer ganzen Palette an feinwürzigen Aromen.
Hier empfehle ich den Tanqueray London Dry Gin (1 x 1 l)

Plymouth Dry Gin

Hier ist der Name eine Herkunftsbezeichnung. Nur ein Gin, der innerhalb der Stadtgrenzen von Plymouth destilliert wurde, darf sich Plymouth Gin nennen. Er ist vollmundig und verfügt über ausgeprägte erdige Element. Er ist klar, fruchtig-süß,sehr aromatisch und eine nicht so starke Wacholdernote wie der London dry Gin Er wird dreifach gebrannt und es wird auf die Zugabe von Bitterstoffen komplett verzichtet. Er zählt zu den „offiziellen Leibgetränken“ der Britischen Royal Navy.
Meine Empfehlung: Plymouth Original Strength Dry Gin 41,2% Vol. 0,7 l

Old Tom Gin

Dies ist die ursprünglichste Form des Gin. Er war im 18. und 19. Jahrhundert beliebt. Er ist süßer als London dry Gin durch die nachträgliche Zugabe von Zucker und verfügt über einen volleren Körper. Der Anem kommt von einer Statue eines Katers, tomcat genannt, die nach dem Erlass des Hin Acts an die Außenwand so manches Pubs installiert wurde. Der Gin Act verbot den Gin Act verboten. Passanten legten einen Penny in das Maul der Statue und der Wirt goss eine Portion Gin in eine Leitung, die an den Füßen des Katers endete. So konnte man heimlich den Gin trinken.
Dieser Gin erfährt, nachdem er vom Markt verschwunden war, eine Renaissance. Er läßt sich gut zum Mixen verwenden.
Empfehlung: Hayman’s Old Tom Gin (1 x 0.7 l)

Genever

Der Gin aus Holland wird Genever genannt. Man unterscheidet zwischen jungen (jonge) und altem (oude) Genever unterschieden. Der alte wird auf traditionelle Art hergestellt, der junge ist ein einfacher, klarer Kornbranntwein mit leichtem Wacholderaroma. Er wird hauptsächlich in Holland hergestellt, es gibt aber auch in Belgien und Deutschland Destillen.
Meine Empfehlung: Zuidam Zeer Oude Genever (1 x 1 l)

Sloe Gin

Hier handelt es sich nicht um einen Gin, sondern um einen Likör. Er hat aufgrund seiner Süße nicht die erforderlichen 15 – 30% Alkoholgehalt, um sich Gin nennen zu dürfen. Er eignet sich hervorragend zum Mixen in Cocktails. Den Namen und den Geschmack hat der Likör von der Schlehe.
Meine Empfehlung: Monkey 47 Schwarzwald Sloe Gin (1 x 0.5 l)

Zum Tonic Water werde ich im nächsten Artikel schreiben.

Viel Spaß und bleibt neugierig…

Euer Karsten

Hallo meine lieben Genuss-Indianer,

Heute habe ich ein Interview geführt mit Felix Kosel von der Plattform bei-mir-um-die-ecke.de.

Die beiden Gründer Felix und Markus

Karsten: Hallo Felix, erste Frage: Bei-mir-um-die-ecke, was ist das?

Felix: Das ist ein Portal, auf dem wir Lebensmittelhandwerker listen und präsentieren, regional und deutschlandweit. Sprich Produzenten und Manufakturen, die Lebensmittel herstellen von Obst, Gemüse, über Feinkostprodukte. Also haltbare Sachen von Popkorn, Marmeladen oder dergleichen bis hin zu Getränken. Im Fokus steht da die Handarbeit. Ja, das ist bei-mir-um-die-ecke.de.

Karsten: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so ein Portal zu machen?

Felix: Wir hatten vor einiger Zeit ein Cafe hier in Berlin, ein ganz kleines, und wir haben nach regionalen Produzenten gesucht, um halt deren Produkte bei uns mit zu verkaufen Es war eine sehr anstrengende Suche. D.h. wir mussten schon auf Märkten und dergleichen gehen, um die Leute zu kontaktieren oder zu finden. Da kam uns der Gedanke, warum gibt es dafür eigentlich keine Übersichtsseite. Damals gab es halt noch keine regionalen Übersichtsseiten von Lebensmittelhandwerkern. Wir haben dann unser Café geschlossen und sind nach Südost Asien auf Reisen gegangen. Da haben wir die saisonal regionale Küche kennen gelernt. Jeder hat dort in seiner Strassenküche mit dem, was er hat, etwas gemacht und angeboten. Das fanden wir toll und als wir wieder zurück waren, ploppte die Idee erneut auf. Wir haben gedacht, wenn, dann machen wir das nicht nur für Berlin, sondern deutschlandweit, wollen aber regional bleiben. Dann haben wir halt eine Karte gebaut, die, egal wo man gerade ist, die regionalen Lebensmittelhandwerker anzeigt. Wir bieten quasi dem regionalen Produzenten eine Plattform, sich regional zu präsentieren und das deutschlandweit.

Karsten: Kostet der Eintrag bei euch auf der Seite etwas für den Produzenten?

Felix: Grundsätzlich ist es erstmal kostenlos. Die Produzenten können da kostenlos einen Beschreibungstext und ihr Logo hochladen. Es gibt aber die Möglichkeit, eine Premiumpartnerschaft abzuschließen. Die kosten so zwischen 10 und 15 Euro im Monat. Es gibt da verschiedene Modelle. Man hat dann weitere Funktionen, d.h. man hat dann mehr Möglichkeiten, sich darzustellen. Eine Galerie, weitere Texte sind möglich, man kann seine Termine oder Aktionen, wie z.B. Preisaktionen im Onlineshop, bei uns online eintragen und in unserem Newsletter an die Endverbraucher regional versenden. Wenn ein Termin in Karlsruhe stattfindet, dann kriegt das der Berliner nicht mit, sondern nur die, die in Karlsruhe und Umgebung wohnen. Dagegen bei einer Aktion im Onlineshop, die wird deutschlandweit bekannt gegeben. Da haben wir schon eine intelligente Lösung, die das regionale sehr fördert.

Karsten: Macht ihr, Markus und Du, diese Plattform alleine oder habt ihr ein Team hinter Euch?

Felix: Wir sind zu zweit. Wir haben uns sehr lange damit beschäftigt, einen dritten zu suchen, der halt den technischen Part übernimmt. Das betrifft nicht nur die Programmierung, sondern auch die Organisation und Know-How. Wir kennen uns zwar technisch aus, sind aber keine Programmierer. Das ist öfter gescheitert, wenn wir jemanden gefunden haben. Letztendlich haben wir einen Dienstleiter gefunden, der dazu Lust hatte und auch ein wenig Invest mit eingebracht hat. Aber das Team besteht weiterhin aus uns beiden und wir haben die Programmierer, die schon mit Eigeninitiative dabei sind.

Karsten: Das regionale und saisonale habt ihr auf Eurer Reise erst kennen gelernt oder war das schon im Café ein Thema?

Felix: Der Ursprung war schon im Café. Es ist mit der Zeit halt gewachsen und die Idee ploppte immer mal wieder hoch durch verschiedene Impulse. U.a. durch die Asienreise. Als wir wieder zurück waren, haben wir überlegt, was machen wir jetzt. Wir wollten jetzt nicht nochmal ein Café aufmachen und haben nach einer Idee gesucht. Da kam die Idee halt wieder und wir haben einfach angefangen. Das hat tatsächlich über ein Jahr Vorbereitung gekostet, bis zu dem Stand, zu dem wir jetzt letztendlich gekommen sind. Im Mai 2017 sind wir mit dem Portal an die Öffentlichkeit gegangen.

Karsten: Hattet ihr dabei Hilfe oder habt ihr alles alleine geplant, gemacht?

Felix: Wir haben viele Runden gedreht, sind in der Start-up Szene gewesen, mit Verbänden, also mit Regionalverbänden gesprochen und da hat sich die Idee herausgeformt.

Karsten: Habt ihr Eure Kunde, die im Portal stehen, besucht? Klar, nicht alle, vielleicht die in Berlin und Umgebung?

Felix: Wir sind jetzt bei über 3100 Einträgen oder so, das schaffen wir nicht. Die Arbeit an dem Portal frisst schon sehr viel Arbeit, d.h. wir können nicht so viele besuchen. Wir besuchen schon ab und zu mal welche. Wir haben im Kopf, dass wir mal eine Promotiontour durch Deutschland im Wohnmobil machen, so für zwei oder drei Monate. Wir besuchen dann die Höfe und Lebensmittelhandwerker, um darüber zu berichten. Das müssen wir noch planen, das ist überhaupt noch nicht spruchreif. Unser Portal lebt nicht nur von den Einträgen, sondern auch von unserem Blog. Da benötigen wir immer Textmaterial, Bildmaterial, usw. Das ist ein Punkt, der ist noch nicht geplant, aber das würden wir gerne noch machen.

Karsten: Warum regional, hattet ihr keine Lust auf den Großmarkt?

Felix: Wir bezeichnen uns nicht als erhobener Zeigefinger, wir nennen uns nicht gerne Foodnerds. Wir gehen jetzt nicht nur in Höfen einkaufen oder so. Wir finden das regionale Handwerk toll. Ich bin selber gelernter Tischler und komme eben aus dem Handwerk. Wir finden, dass das Handwerk viel zu wenig Beachtung bekommt, auch gerade für das Lebensmittelhandwerk . Da werden echt tolle Sachen gemacht, die halt wirklich viel Arbeit machen. Diese werden gar nicht mehr wertgeschätzt, weil wir umgeben sind von günstigen Angeboten, billigen Preisen für Lebensmittel. Und wenn man sich nur ein bisschen damit beschäftigt, kann es manchmal überhaupt nicht sein, dass die so günstig sind. Da fragt man sich, wie sowas überhaupt hergestellt wird und da kam halt die Idee her. Damals in unserem Café haben wir Kuchen selber gemacht. Es hat auch richtig Spaß gemacht und wir haben gemerkt, dass auch die Kunden es schätzen und gerne bisschen mehr bezahlen, wenn man halt weiß, woher es kommt und wer es macht. Es schmeckt ja auch ganz anders.

Karsten: Ja, genau. Der Verbraucher heute macht sich keinen Kopf mehr über Lebensmittel. Hauptsache günstig und es macht satt. Es fragt keiner mehr, woher es kommt, was da drin ist und wer hat es gemacht. Ich finde es schade. Nur noch günstig günstig, aber auf Qualität, gerade bei Lebensmitteln, wird nicht mehr geachtet.

Felix: Das ist ein riesengroßes Feld, in dem wir uns bewegen. Wenn wir jetzt noch über Verpackungen reden, wird das Feld immer größer. Und wir kennen uns nicht 100%ig aus. Doch das ist der Spaß, uns mit den Manufakturen, mit den Produzenten oder den Höfen zu unterhalten, zu interviewen. Man lernt viel über Lebensmittel und das macht einfach Spaß. Es macht auch Spaß, die Leute mal anzustupsen. Schau mal, hast Du schon gesehen, da gibt es das-und-das in Deiner Umgebung. Die Marmelade muss nicht aus Spanien kommen, es gibt ganz tolle Sachen hier aus der Umgebung. Es schmeckt halt ganz anders und das macht halt einfach Spaß. Wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger herum laufen, wir wollen die Leute anstupsen und denen Alternativen zeigen, was es noch so gibt. Unterhaltend Wissen vermitteln vielleicht.

Karsten: Seid ihr Vegetarier oder Veganer?

Felix: Ne, gar nicht. Wir sind Alles-mal-Probierer. Unsere Meinung ist, jeder kann seine Ernährung gestalten, wie er möchte. Was wir schade finden, sind die Leute, Veganer, Vegetarier oder Paleofans, die missionarisch partout Menschen überzeugen wollen. Jedes hat seine Berechtigung. Letztendlich ist die Vielfalt schön. Wir sind offen für alles, probieren auch alles. Mansches schmeckt uns nicht, manches mögen wir nicht. Jeder kann das machen, was er möchte.

Karsten: Ja, das ist auch genau mein Ding. Einfach mal schauen, was man da isst, was da drin ist. Felix, wie sieht die Zukunft von bei-mir-um-die-Ecke aus?

Felix: Ja, wir sind jetzt auf dem Stand, wo wir bisschen Ruhe in die Programmierung reinbringen. Wir haben 2½ Monaten hinter uns, haben die größten Fehler auf der Seite beseitigt, die logischerweise entstehen. Natürlich werden neue Lebensmittelhandwerker aufgenommen, mit denen zu arbeiten, sie vorzustellen. Ziel ist es, aber das wird wohl erst nächstes Jahr was, daraus einen Marktplatz zu machen. Dass die Manufakturen über unsere Seite selber ihre Produkte verkaufen können. Also, wir wollen da nicht den Shopgedanken haben, dass wir Sachen kaufen und wieder verkaufen, sondern wir wollen die Entscheidung, was und wann verkauft werden soll, zu welchem Preis,  bei den Produzenten lassen, um dieses Regionale zu behalten. Wir nehmen denen das Marketing, das Payment ab. Sie sollen sich auf ihr Handwerk konzentrieren. Das ist so im Moment der Plan, doch dauert das noch ein wenig. Es kostet noch mal richtig Geld, da suchen wir noch einen Investor, der Lust hat, mit uns ein Stück weiter zu gehen. Eine Art Businessangel, jemand der Lust hat mit uns zu arbeiten.

Karsten: Wenn ich jetzt ein regionaler Anbieter bin, wie komme ich auf Eure Seite? Sucht ihr die und redet die an, oder wie muss ich mir das vorstellen?

Felix: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Das meiste passiert über Vorschläge. Leute auf unserer Seite können Manufakturen, Produzenten vorschlagen, die wir noch nicht auf unserer Plattform haben. Die schreiben wir dann an und gehen in Kontakt mit denen, gucken, ob sie zu uns passen, ob sie wirklich handwerklich tätig sind oder doch nur abfüllen lassen. Dann gucken und recherchieren wir natürlich auch selber und wenn uns dann Produzenten über den Weg laufen, tragen wir sie natürlich auch ein. Und es kommen auch Produzenten immer mehr alleine auf uns zu.

Karsten: Was habe ich als Verbraucher davon mich auf Eurer Plattform anzumelden?

Felix: Man kann sich informieren, was es in meiner Nähe alles gibt. Es ist immer interessant von Leuten zu hören, die das erste Mal auf unsere Plattform kommen, wie überrascht sie sind, wieviel es letztendlich in der jeweiligen Umgebung gibt. Man kann sich registrieren und bekommt Infomationen, wenn es in der Umgebung was Neues gibt, Termine anstehen. Man bekommt einmal im Monat einen Newsletter, in dem wir informieren, was es so Neues gibt.

Karsten: Die Plattform ist im Moment nur für Deutschland. Wird es in der Zukunft eine für den deutschsprachigen Raum, also Österreich und der Schweiz geben?

Felix: Im Moment haben wir daran noch gar nicht gedacht. Wenn man überlegt, wir haben im Moment 3100 Einträge deutschlandweit in allen Kategotieren und es gibt allein über 4000 gewerbliche Imker. D.h. wir haben in Deutschland noch viel zu tun, bevor wir über den deutschsprachigen Raum nachdenken.

Karsten: Ich wünsche Euch noch viel Spaß und bedanke mich für das Interview bei Dir.

Felix: Ich habe zu danken, hat Spaß gemacht.

Meine lieben Genuss-Indianer,

Mein Urlaub ist zu Ende und es geht mit viel Ideen und Elan hier weiter.

Wir waren mit einem Wohnmobil in Ostfriesland unterwegs. Es war toll dort.

In Ostfriesland ist es eine tägliche Zeremonie, Tee zu trinken. Es ist Sitte, in der Zeit von 10h – 11h vormittags und um 15h – 16h nachmittags Tee zu trinken. Man nennt diese Zeit die Teetied. Und es gehören drei Tassen Tee dazu. Der Ostfriese sagt: Dree is Ostfreesenrecht.

Die Zutaten für einen Tee sind echter Ostfriesetee. Man nimmt meist die lose Brokenmischung. Weiter gehören weiße Kluntje (Kandiszucker) dazu und eine spezielle Teesahne. Sie hat mindestens 36% Fett. Kochendes Wasser und eine Teekanne. Die Kanne sollte bauchig sein, mit einem flachen Boden und einem eingebauten Teesieb vorne an der Tülle.

Wichtig ist auch die richtige Teezubereitung für die Teetied.
Zuerst wird die Teekanne mit heißem Wasser ausgespült. Das wärmt sie an. Dann kommt der abgemessene Ostfriesentee. Ein Teelöffel Tee pro gedeckter Tasse und einer für die Kanne., heißt es in Ostfriesland. Die Kanne wird zur Hälfte mit kochendem Wasser gefüllt. Mit geschlossenem Deckel lässt man den Tee drei bis vier Minuten ziehen. Anschließend wird die Kanne mit heißem Wasser gefüllt und der Tee ist fertig.

Vor dem Eingießen legt mein ein Kluntje in die Tasse. Ein großes Stück braunen oder weißen Kandiszucker. Der Tee wird auf den Kluntje in die Teetasse gefüllt. Dabei hört man das charakteristische Knistern. Mit einem Sahnelöffel, dem Rohmlepel, kommt ein Tropfen Sahne hinzu. Sie wird vorsichtig am Rand der Tasse eingebracht, damit eine Sahnewolke entstehen kann. Der Ostfriese nennt das `n Wulkje Rohm.
Nun wird der Tee ohne umrühren getrunken. Man schmeckt zuerst das herbe Aroma des Tees, dann den milchigen Teegeschmack aus der Mitte der Tasse und am Ende die Süße des gezuckerten Tees vom Grund der Tasse.
Für alle Teilnehmer einer Teerunde sind mindestens drei Tassen Pflicht, lehnt man vorher eine Tasse Tee ab, gilt das als unhöflich und beleidigend.
Zum Tee schmeckte eine Spiekerooger Sanddorn-Käsesahne-Torte. Das Rezept findet ihr unter Rezepte.

Spiekerooger Sanddorn-Käsesahne-Torte

Zutaten

  • 40 g Zucker
  • 80 g Fett
  • 120 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier getrennt
  • 3 EL warmes Wasser
  • 175 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Mehl
  • 50 g Speisestärke
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 140 ml Sanddornsirup
  • 70 g Zucker
  • 40 ml Wasser
  • 20 g Vanille Puddingpulver
  • 5-6 Blatt Gelatine
  • 250 g Sahnequark
  • 500 g geschlagene ungeüßte Sahne

Anleitungen

  • Machen wir erstmal einen normalen dünnen Mürbeteigboden als Fundament der Torte. 40g Zucker, 80g Fett, 120g Mehl und eine Prise Salz gut miteinander verkneten. Ab in den Kühlschrank.
  • Nach mindestens einer halben Stunde den Teig ausrollen und in einer ausgefetteten Form bei 175 Grad 20 Minuten goldbraun backen. Mein Tipp: Rollt den Teig zwischen Klarsichtfolie aus.
  • Wir brauchen auch einen Biskuitteig. Der sollte so ungefähr 2 cm dick sein. Das Eiweiß von drei Eiern steifschlagen und kühl stellen. Drei Eigelb, 3 EL Wasser und 175g Zucker auf höchsten Stufe mit dem Mixer rühren bis es schaumig wird.
  • 50g Mehl mit der Prise Salz, 50g Stärke und der Messerspitze Backpulver mischen und nach und nach unter die Eigelbmasse heben. Den Eischnee dann vorsichtig unter die Eigelbmasse heben.
  • Bei 180 Grad ungefähr 30 Minuten backen. Ob der Biskuitteig fertig ist, testet man mit einem Holzstäben. Bleibt kein Teig am Stäbchen hängen, ist der Biskuitteig fertig. Wenn er fertig ist, den Ofen ausmachen und ihn noch paar Minuten im Ofen stehen lassen.
  • Wenn der Mürbeteigboden kalt ist, streiche den Sanddornsirup darauf. Danach kommt der Biskuitboden darauf. Lege einen Tortenring um das Ganze.
  • Die Füllung bereitet folgendermaßen zu: Der Sanddornsirup wird zusammen mit 70g Zucker erhitzt und aufgelöstes Puddingpulver einrühren und unter starkem Rühren zu einem Pudding verkochen.
  • Wenn der Pudding abgekühlt ist, die in Wasser eingeweichte Gelatine dazu geben und den Quark unterrühren. Die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben.
  • Die Füllung in die Kuchenform auf den Teig geben und drei- bis vier Stunden in den Kühlschrank. Danach Tortenguss darüber gießen. Erst wenn der Gut kalt ist, den Torten ring abnehmen. Den Rand der Torten mit Sahne bestreichen und mit Mandelblättchen verzieren.

Hallo meine lieben Genuss-Indianer,

Brot kennt jeder von uns. Wir sind mit Brot aufgewachsen. Beim Frühstück geht es nicht ohne Brot, als Pausenstulle haben wir Brot dabei und zum Abendbrot gibt es einen Teller mit leckeren Schnittchen. Auch die Variationen von Brot sind so zahlreich und es gibt tausende Möglichkeiten, das Brot zu belegen. Kein Wunder also, das man bei längeren Aufenthalten im Ausland das leckere Brot zu Hause vermisst.

Doch wie wäre es, wenn man sein Brot selber backen würde? Es geht nichts über ein frisch gebackenes Brot. Und das dann noch selber gemacht in der eigenen Küche im eigenen Backofen. Der Hammer, oder?
Ein Start-up Unternehmen aus Berlin bringt allen Brotliebhabern das ganz persönliche Lieblingsbrot nach Hause. Es kommt als Backset mit raffinierten Zutaten. Alle Ingredenzien des Rezeptes sind bereits genau abgewogen und es wird eine kinderleichte Schritt-für-Schritt-Anleitung beigelegt. Wenn Du Backanfänger bist, führt Dich die Anleitung sicher zu einem leckeren Ergebnis. Hat man Lust am Experimentieren, enthält die Anleitung zusätzliche Profitipps bereit.

Man kann aus einer Vielzahl von Broten wählen. Klassiker wie Roggen-, Dinkel-, oder Weizenbrot sind im Sortiment. Brote mit Zutaten wie Hanfsamen, Nüsse, Gewürze oder getrocknete Feigen. Damit kann wirklich jeder sein eigenes individuelles Brot backen. Um das Sortiment abzurunden, gibt es im Onlineshop noch leckere Brotaufstriche wie „Mandelknusper“ oder klassisches Bio-Brotsalz. Auch ein Robinienhonig von Berliner Bienen gibt es. Zubehör zum Brot machen wie ein Gärkörbchen aus Holzschliff oder Brotbeutel aus Leinen wird im Onlineshop angeboten.

Die Zutaten stammen aus biologischem, saisonalen und regionalen Anbau. Die Boxsets werden von der Berliner Einrichtung für Menschen mit Behinderung konfektioniert und CO2-neutral an die Besteller versendet.

Hinter Brotliebling steht Johannes Arning. Schon während seiner Studienzeit in Passau tüftelte er an dem Konzept von Brotliebling. Er zog nach Berlin und fand in seinem Kiez kein gutes Brot. Mit seinem Bruder Martin gründete er 2015 die Brotliebling Backen GmbH. Heute hat das Unternehmen bereits acht Mitarbeiter, die täglich daran arbeiten, Brotliebhaber mit perfektem Brot zu beliefern.

 

Meine lieben Genuss-Indianer, eine gute Sache, wie ich finde und lecker ist das auch.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Brotbacken und einen guten Appetit..

Euer Karsten